Konzepte für eine automatisierten Fertigung von Faserverbundbauteilen aus Langfasern

Zur Realisierung komplexer Bauteilformen muss meist wegen wenig geeigneter automatisierbarer Fertigungsverfahren auf das manuelle Laminieren zurückgegriffen werden. Qualitätseinbußen, hoher Personaleinsatz sowie oft gesundheitsgefährdende Laminier-Arbeitsplätze sind die Folge. Ziel des Vorhabens war es, das Handhaben und Auflegen textiler Halbzeuge bei der Herstellung von Faserverbund-Kunststoff-Bauteilen zu automatisieren. Dabei sollte die Prozeßsicherheit und die Qualität erhöht werden. Verschiedene Handhabungskomponenten und Fügestrategien sollten für ein ausgewähltes Bauteil entwickelt, prototypisch realisiert und erprobt werden. Die Übertragbarkeit der Lösungen auf andere Bauteile war dabei zu berücksichtigen.

Projektergebnis:
Ein globaler Ansatz für eine automatisierte Fertigung von Faserverbundbauteilen aus Langfasern wird in den folgenden Schritten deutlich:

- Tränken der Halbzeuge durch automatisierte Tränk- oder Sprühverfahren,
- Konfektionierung der Halbzeuge durch automatisierte Trennverfahren,
- Greifen der Halbzeuge durch automatisierte Betriebsmittel,
- Legen und Drapieren der Halbzeuge durch automatisierte Betriebsmittel,
- Verdichten des Laminats durch  Pressverfahren im Niederdruckbereich sowie
- Entformen und Ablegen der Bauteile durch automatisierte Übergabeeinheiten.

Am Produktionstechnischen Zentrum Berlin (PTZ) sind für den Arbeitsschritt: "Greifen der Halbzeuge" am Beispiel eines Fahrradrahmens aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, Lösungen erarbeitet worden. Dabei wurde ein  biegeschlaffes,  zugeschnittenes und mit Harz vorgetränktes Kohlefasergewebe mit einem Spezialnadelgreifer gegriffen und auf einen drehbar angeordneten Schaumkern abgelegt. So konnten beide Seiten des Schaumkernes mit Gewebe belegt werden. Als Handhabungsgerät agierte ein Industrieroboter, der für die verschiedenen Gewebelagen entsprechend programmiert war.

 

Fahrradrahmen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK)

Das Belegen eines Schaumkernes mit Kohlefaser - Gewebe mit Hilfe eines Stoff - Greifers. Der Schaumkern liegt auf einem weiteren Greifer, der robotergeführt den einseitig mit Kohlefaser belegten Kern in eine Form einlegt. Dort wird dann die andere Seite des Schaumkernes mit Kohlefaser - Gewebe belegt.

 

Bauteiluntersuchung mit Hilfe der Finiten Elemente Methode zur optimalen Gestaltung des Fahrradrahmens

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